Co-Abhängigkeit

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Frage: Beziehungskrise

Mein Name ist Sabrina und ich bin im August 5 Jahre verheiratet. Meinen Mann habe ich kennengelernt, als ich von meinem Ex Freund schwanger war. Mein Mann war für mich da, als mein Ex es nicht mehr war; umsorgte mich in der Schwangerschaft und gewann so mein Herz.

Ich wusste um seine Drogenvergangenheit. Als Anfang 20jähriger war er stark Kokain abhängig und hat es auch verkauft um seinen Konsum zu finanzieren. Er ist dann mit Mitte 20 aus dem Drogenkreis ausgebrochen und in eine andere Stadt gezogen - weit weg von den falschen Leuten und den Drogen. Er hat es geschafft. Damals!

Wir lernten uns ca. ein Jahr, nachdem er alles hinter sich gelassen hat kennen. Wir waren ein tolles Paar. Eine süße, kleine Familie. Er war sehr fleißig und immer darum bemüht, dass es uns Dreien gut ging. Sehr fürsorglich und liebevoll. Mit dem 2. Kind, bzw. dem 1. gemeinsamen, ein Jahr nach der Hochzeit, kamen die ersten Schwierigkeiten.

Nach der Geburt wurde bei mir Gebärmutterhalskrebs festgestellt. Durch diese Schock-Diagnose und dem Schreikind, was meine 2. Tochter dann war, bekam ich zusätzlich Depressionen. Das 1. Jahr nach ihrer Geburt war für uns als Familie sehr schwer. Hinzu kam, dass der leibliche Vater meiner 1. Tochter nun plötzlich um sein Recht als Vater kämpfte.

Doch irgendwie sind wir da durch gekommen. Vor einem Jahr wurde dann auch noch Schilddrüsenkrebs bei mir festgestellt. Das zog mich wieder runter und natürlich auch meinen Mann, der wahnsinnige Angst um mich hatte. Zeitgleich erfuhr ich, dass ich zum 3. Mal schwanger bin. 6 lange Wochen haben mein Mann und ich täglich diskutiert, ob wir das Baby bekommen oder nicht.

Ich wollte es. Trotz meiner erneuten Erkrankung und einer wahrscheinlich schwierigen Schwangerschaft, da mir nach meiner 1. Krebserkrankung ein Teil des Gebärmutterhalses und des Muttermunds fehlten. Doch irgendwann bin ich unter dem Druck zusammengebrochen und habe mein Baby wegmachen lassen. Die Wochen danach waren der Horror. Ich habe nur geweint; mich nach meinem Baby gesehnt und meinem Mann die Schuld daran gegeben.

Wir verloren uns als Paar in dieser Zeit... Letzten Sommer traf mein Mann, der seit ich ihn kenne, keinerlei Freunde hat, weil er ja mit ihnen gebrochen hatte, einen "alten" Freund wieder über ein Soziales Netzwerk. Mir war gleich nicht wohl dabei. Er entfernte sich durch den erneuten Kontakt zu diesem Freund immer weiter; nicht nur von mir, auch von den Kindern. Es eskalierte irgendwann so weit, dass ich mich trennte.

Er zog zu diesem Freund. 6 Wochen waren wir getrennt, hatten aber täglich Kontakt. In der Zeit der Trennung fing er wieder mit dem Koksen an. Irgendwie rauften wir uns aber wieder zusammen. Vielleicht, weil ich erkannte, dass er wieder abrutscht und ich das vermeiden wollte. Ich war naiv zu glauben, ich lass ihn wieder einziehen, vergesse und verzeih alles und umsorge ihn und bekomm ihn so von Drogen weg. Das Gegenteil war/ist der Fall. Er kokst immer noch regelmäßig.

Ich kann nicht sagen wie oft oder wann, aber manchmal merke ich es. Es tut mir in der Seele weh, weil er mein Mann ist und ich ihn über alles liebe. Ich stehe daneben und sehe zu, wie mein Mann quasi zerfällt... Er macht nichts mehr aus sich; unter die Dusche muss ich ihn fast zwingen; läuft tagelang in den selben Klamotten rum; motzt ständig und ist oft aggressiv; nimmt am Familienleben nicht mehr teil; verschwindet oft ganz plötzlich und wortlos oder kommt später von der Arbeit Heim.

Den Kontakt zu diesem Freund sollte er abbrechen, das war die Bedingung, um wieder zurück zu kommen. Habe ihm sogar eine neue Handynummer besorgt. Doch ich weiß, dass sie immer noch Kontakt haben, auch wenn mein Mann es leugnet. Er leugnete ja auch lang den erneuten Kokainkonsum. Doch durch einen Test bekam ich die Bestätigung für meinen Verdacht. Er sagt, er hat in der Zeit der Trennung damit angefangen, weil ihm alles zu viel war.

Jetzt kommt er nicht mehr daraus, weil er sagt, es gebe ihm ein positives Gefühl, wenn er es nimmt und er könne all seine Sorgen dann vergessen. Meine Erkrankungen, die eigentlich überstanden sind; der Verlust des Babys und der berufliche Stress sind ihm zu viel. Er sei am Ende. Ich habe ihn gestern gefragt, was ich machen kann, damit wir wieder alles sind, was er braucht und ich ihm helfen kann, da wieder raus zu kommen... er weiß es nicht. Ich könnt nur weinen, weil ich so hilflos bin.

Ich habe so schreckliche Angst um meinen Mann. Auch davor, dass die Kinder mal zufällig irgendwo Koks finden und probieren, was es ist - vielleicht völlig absurd, aber das ist auch eine meiner Sorgen. Ich kann in Worten kaum beschreiben, wie sehr er sich verändert hat - ich erkenne meinen eigenen Mann nicht mehr. Aber ich will für ihn da sein und mit ihm dadurch gehen.

Koste es, was es will. Ich habe ein Eheversprechen abgegeben und das werde ich halten. Aber was kann ich tun? Ich bin ja froh, dass er mittlerweile schon mal etwas offener mit mir spricht. Bis vor 2 Wochen hat er sich ja nur ständig versucht raus zu reden und alles geleugnet und sich fast in seinen eigenen Lügen erhängt! Ich will ihm so gern helfen... Sorry, wegen dem langen Text...

Antwort Sonderglocke.de

Vielen Dank für diese Frage. Sie ist exemplarisch für Co-Abhängige. Zunächst jedoch etwas grundlegendes zur Sucht.

Ein Suchtmittelabhängiger wird sich zunächst - so gut wie immer - in erster Linie für die Sucht bzw. das Suchtmittel entscheiden und dies bedeutet nicht, dass er sich gegen sie entscheidet. Er hat Priortäten gesetzt und nun stehen Sie und die Familie nicht mehr an erster Stelle, sondern die Drogen.

Wir können nun versuchen seine Welt bzw. seine Sucht zu verstehen, aber das wollen wir nicht, denn er hat ein RECHT und einen ANSPRUCH auf seine Sucht. Er hat sich entschieden, allerdings ging es dabei nicht gegen Sie und wenn er sie belügt, verteidigt er lediglich seine Sucht, die sie ihm "wegnehmen wollen".

In diesem Kreis stecken viele Paare, aber wir möchten die Situation dennoch nicht verteufeln und betrachten es als eine Schwierigkeit, die es zu meistern gilt, oder sogar als eine große Chance, denn vor dieser Beziehung sind schon andere gescheitert, nicht wahr? Also könnten auch andere Gründe vorliegen?

Co-Abhängigkeit ist eine Sucht, wie jede andere. Als Co-Abhängige möchten sie Kontrolle ausüben und ihr Focus liegt auf ihrem Partner, oder generell bei anderen Menschen und nicht - dies ist das Entscheidende - bei Ihnen.

Das krankhafte Festhalten wird sie nicht weiter bringen und sie haben bereits bewiesen, dass sie in der Lage sind loszulassen, als sie sich nämlich trennten. Wobei wir gerade nicht für die Trennung plädieren, sehr wohl jedoch für das loslassen. Dies widerspricht sich nicht, auch wenn es den Anschein hat.

Hören Sie auf ihm helfen zu wollen und helfen sie stattdessen sich. Dies ist vielleicht die einzige Möglichkeit die Beziehung wieder zu kitten. Indem sie ihm permanent Hilfe regelrecht aufdrängen, versucht er sich möglicherweise, erst recht (oder zu recht?) aus dieser Klammerung zu lösen.

Sie möchten, dass sie wieder "alles für ihn sind". Auch dies ist typisch für Beziehungen zwischen Süchtigen und Co-Abhängigen. Die Co-Abhängigen locken mit "Leckerchen" und der Süchtige stürzt sich drauf. So sind beide Parteien zufrieden, denn der Süchtige nimmt und die Co-Abhängige gibt.

Co-Abhängige kontrollieren das Geschehen und sie geben dabei vor "nur helfen" zu wollen. Dies ist jedoch nicht der Fall, denn sie versuchen in erster Linie sich selbst zu helfen, indem sie ihre Kontrollsucht zu befriedigen versuchen.

Wenn wir nun ganz klar unterscheiden dies eine ist seine Sucht und das andere meine Abhängigkeit können wir nach einer Lösung suchen. Bevor jedoch eine Lösung angestrebt wird muss die Erkenntnis vorliegen - "Ja, ich bin süchtig" und danach kann ich wählen "Will ich mein Leben ändern, oder nicht".

Wenn sie dies möchten raten wir Ihnen eine Selbsthilfegruppe für Co-Abhängige aufzusuchen und ihr Mann kann zu einer ganz gewöhnlichen Suchtberatungsstelle gehen (finden Sie in unserem Verzeichnis), falls er einen Entzug und später eine Therapie machen möchte.

Sie können sich selbstverständlich auch an eine herkömmliche Suchtberatung wenden, allerdings geben wir zu bedenken, dass viele Suchttherapeuten selbst Co-Abhängig sind, dies geht aus amerikanischen Studien hervor. (Vgl. "Anne Wilson Schaef - Co-Abhängigkeit")

Was nun ihre Beziehung betrifft: gesunde Menschen sind die Basis einer gesunden Beziehung und Krankheiten sind im Grunde nur dazu da, uns zu helfen :-) Machen Sie das Beste draus. Wir sind bei Ihnen und drücken Ihnen die Daumen.

-Synonyme für Co-Abhängigkeit sind "Helfersyndrom" oder "Beziehungssucht".
-Ist ihr Vater zufälligerweise Alkoholiker?

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