Drogenkonsum - Zwangseinweisung

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Frage: Drogenkonsum - Zwangseinweisung

Mein noch 17 jähriger Sohn nimmt diverse Droge: Pep, Kokain, Hasch. Er hat bestimmt schon 20 Kilo abgenommen. Verkauft sämtliche Elektroartikel seiner Geschwister. Er wird hochgradig aggressiv, schlägt seinen Bruder oder zerschlägt Möbel. Kann ich als Mutter ihn zwangseinweisen? Danke für die Antwort im Voraus. Keiner kann mir helfen, kein Jugendamt, keine Drogenberatung, bin am Ende!

Antwort von Sylvia

Ich kann es nachvollziehen, wie verzweifelt Sie mit der Situation sind. Es ist sicherlich nicht einfach zu sehen, wie jemand den wir lieben zerfällt. Eine Zwangseinweisung ist prinzipiell möglich, wenn der Betroffene eine Gefahr für sich selbst und für die Anderen darstellt. Reden Sie bitte mit ihrem Hausarzt und er wird Ihnen sicherlich beraten können, wie Sie dann vorgehen sollen.

Die Gründe dafür müssen scherwiegend sein, damit der Antrag durch ein Gericht genehmigt wird. Wie das Verfahren abläuft, wird Ihnen Ihr Hausarzt erklären können. Eine Frage hätte ich noch: Warum lassen Sie es zu, dass er seinen Bruder schlägt oder die Möbel zerstört? Überlegen Sie sich, ob Sie beim nächsten Mal dann nicht die Polizei einschalten sollen. Es wird Zeit, dass Ihr Sohn die Konsequenzen für sein Verhalten übernimmt! Vermeiden Sie es bitte ihm zu helfen, indem Sie wegschauen oder alles tolerieren.

Auf dieser Weise können Sie ihm nicht helfen. Er muss die Folgen seines Handelns spüren und vielleicht wird sich dadurch irgendwas in seinem Verhalten ändern. Suchen Sie sich Unterstützung zur Entlastung für sich selbst in einer Selbsthilfegruppe. Die Adresse erhalten Sie in der Drogenberatungsstelle. Viel Kraft, viel Erfolg und alles Gute!

Sonderglocke Anmerkung: Das Verhalten Ihres Sohnes ist inakzebtabel und es ist nachvollziehbar, dass Sie "am Ende" sind. Dennoch geben wir zu Bedenken, dass es vermutlich neben der Sucht noch weitere triftige Gründe für das Verhalten Ihres Sohnes geben dürfte. Es ist unabdingbar, die Ursachen für das Verhalten herauszufinden, wenn wir über Möglichkeiten der Veränderung sprechen.

Ist Ihr Sohn ohne Vater aufgewachsen? Wurden ihm keine Grenzen aufgezeigt? Ist die Sucht bzw. Agression eine Art Familientradition? Erfährt Ihr Sohn LIEBE?

Wir können dankbar sein, dass es in der Bundesrepublik Deutschland äußerst schwierig ist, einen Menschen zwangseinweisen zu lassen. Laxe Gesetzte diesbezüglich finden wir lediglich in Ditaturen und totalitären Regimen, wo die Zwangseinweisung als Mittel gegen unbequeme Menschen eingesetzt wird und in solch einem Staat leben wir GOTT SEI DANK nicht.

Ihre Frage zu beantworten ist nahezu unmöglich, denn nur die Hintergründe, können uns die Möglichkeiten aufzeigen, wie ihr Sohn genesen kann. Vergessen wir nicht: Ihr Sohn wird nicht vom Teufel geritten: ER IST KRANK.

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