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Frage: Mein Mann hat eine Langzeittherapie hinter sich
Mein Mann hat eine Langzeittherapie hinter sich. Er ist bereits 1 Jahr clean. Mein Problem ist das ich Alpträume habe und mich ständig der Gedanke verfolgt ob er rückfällig geworden ist ob er mich anlügt. Ich versuche diese Gedanken zu verdrängen, mit mehr oder weniger großem Erfolg.
Hintergrund
Wir hatten damals 7 schöne Ehejahre hinter uns in denen 3 wundervolle Kinder entstanden. Ich hatte wieder angefangen zu Arbeiten da die Kinder vormittags im Kindergarten oder in der Schule waren und das Geld immer knapper wurde. Eines Tages als ich die Kontoauszüge durchsah bemerkte ich, das mein Mann über 600 € abgehoben hatte. Als ich ihn abends danach fragte, meinte er "Er hätte ein bisschen Geld am Automaten gewinnen wollen und leider alles verloren. Er beteuerte es nie wieder zu tun und dass es das erste Mal gewesen sei, ein Kollege hätte ihm von seinem Gewinn erzählt und da wollte er es auch mal versuchen. Dem war natürlich nicht so und es war auch nicht das erste Mal.
Obwohl wir beide Arbeiteten reichte das Geld auf einmal hinten und vorne nicht mehr. Er kam ständig spät aus der Arbeit angeblich Überstunden, war ständig schlecht gelaunt, Kontoauszüge fehlten oder sind angeblich aus dem Fenster geflogen und nass geworden und was im sonst noch so einfiel, Mahnungen trudelten täglich ins Haus. Wir stritten ständig, sobald die Kinder im Bett waren immer öfter selbst wenn sie dabei waren.
Ich fühlte mich leer und alleine gelassen wäre am liebsten nicht aufgestanden. Aber du musst stark sein der Kinder wegen war mein ständiger Gedanke der mich wie eine Maschine immer weiter machen lies. Am Monatsende gleich zur Bank Geld abheben für den ganzen Monat bevor er es tut. Die Mahnungen per Banküberweisung bezahlen. Habe freiwillig Überstunden gemacht, weil wir ja das Geld brauchten und weil ich die Streiterei nicht mehr ertragen konnte. Eigentlich haben wir so gut wie gar nicht mehr miteinander geredet. So ging das ganze etwa zwei Jahre. Da verlor er seine Arbeit wegen ständigem zu spät kommen.
Ich bat ihn eine Therapie anzufangen ansonsten würde ich ausziehen. Er willigte gleich ein, meinte jedoch er hätte kein Spielproblem. Er ging dann auch zur Suchtberatung. Den Termin hatte er sich selbst gemacht. Besuchte die Selbsthilfe Gruppe. Das war eine unbeschreibliche Freude für mich. Wir redeten wieder miteinander, schmusten und konnten wieder zusammen lachen. Ich merkte zwar da er immer wieder so seltsam war, schlecht gelaunt auf dem Sofa lag und meinte er hätte Bauchweh, wie früher. Aber der stationäre Therapie-Termin war ja da, und was Sucht heißt müsste ich als Raucher doch verstehen.
Da kam der Tag oder die Tage die ich nie vergessen werde. Ich war in der Arbeit als mich meine Chefin rief und mir sagte mein Sohn hätte gerade angerufen mein Mann wäre zusammengebrochen und der Krankenwagen wäre bereits unterwegs. Ich fing an zu weinen und fuhr sofort nachhause die Kinder standen total aufgelöst vor dem Haus. Erzählten mir unter Tränen das Papas Freunde zu besuch waren und Papa dann plötzlich umfiel als er aus dem Bad kam.
Die Kinder brachte ich zu meiner Mutter und ging gleich mit ein paar gepackten Sachen zum Krankenhaus. Ich machte mir solche Sorgen, dachte an einen Herzinfarkt, Schlaganfall alles möglich nur nicht daran ihn in einer Ausnüchterungszelle besuchen zu müssen. Er beichtete mir bereits seit drei Jahren heroinabhängig zu sein. Wie konnte ich nur so naiv sein wieso habe ich das nicht gesehen. Diese komischen Freunde, ständig hatte er Bauchkrämpfe und war schlecht gelaunt. Und ich Trottel denke es ist wegen dem Spielen.
Er erzählte mir wie alles anfing zuerst hatte er gespielt, dort bot ihm dann ein Bekannter aus der Arbeit etwas an, da er gewonnen hatte. Er nahm es an. Es wahr ein herrliches Gefühl so eine Wärme und Zufriedenheit von innen heraus. Er schnupfte dann so circa 1 Jahr, aber da er immer mehr brauchte fing er an zu spritzen er hätte schon zweimal versucht aufzuhören. Das erste Mal vor einem Jahr als er täglich zum Arzt ging wegen einer angeblichen Blutvergiftung. Da hätte er täglich sein Methadon geholt.
Und eben die letzten zwei Wochen da hat er sich Tabletten von einem Freund geholt und die reichten für ein paar Tage und zwischendurch aber nichts. Und dadurch hätte er wahrscheinlich zu viel erwischt. Ich kam mir vor wie ein Geist so unreal, das konnte doch alles nicht sein ich kann doch nicht so blind sein. Aber ich war es. Ich ging am Samstag nicht in die Arbeit lies die Kinder über das Wochenende bei meiner Mutter.
Zuhause schaltete ich das Telefon ab und schloss meinen Mann ins Schlafzimmer ein damit er es bis Montag schaffte. Da gingen wir dann gemeinsam zur Substitution ich fuhr ihn hin wartete und wir fuhren wieder nachhause.
Da ich mir eine Woche frei genommen habe ging das auch gut. Als ich wieder anfing zu Arbeiten fingen die Alpträume an dieses Gefühl der Ohnmacht und noch 4 Wochen bis zur Therapie. Aber ich konnte mit niemandem reden, nicht über die Spielsucht nicht über die Drogensucht meines Mannes nur mit ihm, aber ich habe ihm doch nicht vertraut.
Als die Therapie anfing machte er sehr schnelle Fortschritte. wir haben ihn alle sehr vermisst und regelmäßig besucht. Ich habe täglich mit ihm telefoniert. Die Alpträume waren weg und das Vertrauen wuchs langsam. Gleichzeitig war die Angst da was ist wenn er zuhause ist. Es gab zwar ein Paar Wochenenden indem alle Paare erzählten was sie so mitgemacht haben und man bekam Tipps für die Anfangszeit nach der Therapie. Aber ich weiß nicht wie lange ich dieses zweifeln und diese Angst noch aushalte.
Antwort von Siggi
Ich möchte Dir raten auf jeden Fall mit deinem Partner im Gespräch zu bleiben, um Veränderungen sofort wahrzunehmen und nötigenfalls Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Eine Selbsthilfegruppe in eurer Nähe ist sehr ratsam, damit du Gleichgesinnte findest, um mit ihnen Deine Probleme ( z.B. Alpträume usw. ) zu besprechen und Sie dir helfen können, damit umzugehen.
Informationen Suchtausstieg: Orientierung | 1. Suchtberatung | 2. Entgiftung | 3. Sucht Therapie
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