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Frage: Freund hört nicht auf zu trinken
Ich habe ein Problem. Und zwar bin ich seit 3 Jahren mit meinem Freund (28) zusammen. Mir ist schon am Anfang unserer Beziehung aufgefallen, dass er viel trinkt (4 Bier am Abend). Da wir uns aber immer nur am Wochenende gesehen hatten, hab ich mich zunächst nicht dazu geäußert. Nach und nach hab ich mich aber doch getraut ihm zu sagen, dass mich das stört. Für eine kurze Zeit ist er auf alkoholfreies Bier umgestiegen. Aber eben nur für kurze Zeit. Nach 1 Jahr bin ich bei ihm eingezogen und da ist mir sein Konsum natürlich deutlich aufgefallen: JEDEN Abend 4 Bier oder einige Wodka/Rum-Cola, je nachdem was gerade zu Hause war.
Ich habe ihn wieder darauf angesprochen und ihm gesagt, dass mich das stört und dass das v.a. unter der Woche nicht nötig ist. Er ist in der Früh immer nur schwer aus dem Bett gekommen, aber ist auch kein Wunder.
Und dann fing er an heimlich zu trinken, weil ich ihn vor die Wahl gestellt habe: entweder er hört auf (oder minimiert den Konsum) oder ich verlasse ihn. Ich weiß, dass das eigentlich nichts bringt, aber ich musste mich auch selbst irgendwie schützen. Nach 2 Jahren Beziehung habe ich ihn verlassen und bin wieder ausgezogen.
Ich habe ihm wieder ein Ultimatum gestellt: entweder er geht wenigstens zu den AA (nachdem er keine anderweitige regelmäßige Therapie machen wollte) oder ich will gar keinen Kontakt mehr. Angeblich ist er immer gegangen, aber er hat immer gesagt, dass er das nur für mich tut. Was mir widerum zeigt, dass er das Problem nicht versteht. Er soll es für sich und seinen Körper, seine Gesundheit tun und nicht für mich! Ich habe ihm dennoch nochmal eine Chance gegeben und hatte auch das Gefühl, dass er das ernst nimmt.
Aber vor 3 Tagen hatte ich ein ungutes Gefühl und habe ihn gefragt, ob er heimlich wieder getrunken hat. Ich musste lange nachfragen bis er mir seinen Rückfall gebeichtet hat. Angeblich war es nur ein Mal als ich gerade im Urlaub war. Er ist an einem Abend zur Tankstelle gegangen und hat sich 4(!!!) Bier gekauft. Aber woher weiß ich, dass er die Wahrheit sagt, dass es nur dieses eine Mal war? Ich hatte ihm von Anfang an gesagt, als ich ihm eine letzte Chance gegeben hab, dass endgültig Schluss sein wird, wenn er wieder heimlich trinkt.
Ich weiß jetzt nicht was ich tun soll. Mir liegt sehr viel an ihm, aber ich weiß, dass ich nicht für mein Leben lang mit so jemandem zusammen sein kann und will. Es raubt mir jeden Nerv. Das erste was ich immer in seiner Wohnung getan hab, war alle Schränke zu durchsuchen, ob er wieder irgendwo etwas versteckt... Ich bin die einzige, die ihn überhaupt soweit gebracht hat, dass er versucht aufzuhören. Weder seine Eltern, noch sein Bruder oder seine Freunde unterstützen ihn. Aber ich allein schaffe das nicht. Ich weiß ja noch nicht mal wie ich damit umgehen soll. und das schlimme ist, dass er immer wieder sagt, dass er das für mich tut. Also hat er wohl nicht verstanden warum genau er aufhören soll...
Ich hoffe mir kann jemand helfen
Antwort von Sylvia
Sie haben völlig Recht: Ihr Freund hat es tatsächlich nicht verstanden warum er mit dem Trinken aufhören soll!! Bevor er es nicht erkannt hat, dass er süchtig ist, können Sie ihm leider nicht helfen. Sie können ihm höchstens einen Vorschlag machen, mit ihm eine Suchtberatungsstelle aufzusuchen. Der Rest liegt dann bei ihm.
Es bringt nichts die Wohnungen durchzusuchen oder mit einer Trennung zu drohen. Wenn Sie merken, dass er nicht Hilfe in Anspruch nehmen möchte, können Sie sich dann entscheiden, ob Sie ihn verlassen oder ob Sie mit den Lügen u. A. leben möchten. Diese sind leider eine Begleiterscheinung jeder Sucht!
Kümmern Sie sich um Ihr Leben und passen Sie gut auf, dass Sie nicht in eine Co-Abhängigkeit reinrutschen. Viel Unterstützung und viele Antworten auf Ihre Fragen würden Sie sicherlich in einer Selbsthilfegruppe für Angehörige finden. Gehen sie ihren Weg, damit es Ihnen bald wieder gut geht.
Wünsche alles Gute und viel Kraft!
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