Mutter ist Alkoholikerin

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Frage: Mutter ist Alkoholikerin

Ich bin 23 Jahre alt. Musste/Wollte im Alter von 16 Jahren zu Hause ausziehen. Meine Eltern ließen sich scheiden als ich 5 Jahre war. Ich habe einen 4 Jahre älteren Bruder.

Meine Mutter ist eine Quartaltrinkerin. Wie es dazu gekommen ist, ist wohl offen. Man kann nur spekulieren. Ihr Vater war Alkoholiker. Mein Vater war damals immer auf Montage und am Wochenende ging es einen Trinken. Meine Mutter eben mit. Aber ich bekam das so mit: Damals hat sie einen Mann kennen gelernt, der unser Leben zerstört hat. Er hat sie krankenhausreif geprügelt und sie nervlich zerbrochen. Sie wollte sich mit Tabletten das Leben nehmen. Schrieb Abschiedsbriefe. Ihr wurde der Magen ausgepumpt. Immer und immer wieder.

Irgendwann hat sie es geschafft und ihn verlassen. Allerdings hat üble Narben bei uns hinter lassen. Meine Mutter suchte sich mit Alkohol den Trost, den sie scheinbar brauchte. Durch die Quartaltrinkerei nahm die Öffentlichkeit ihr Problem nicht wirklich war. Weil sie, wenn sie nüchtern war, eine super Frau war.

Drum konnte sie normaler Arbeit nach gehen. Nur eben fiel sie nach einigen Wochen für eine Zeit aus. Alle dachten dann wohl sie sei \"krank\". Gut, dass sie wirklich krank ist, bekam niemand mit. Allerdings klappte das nicht immer. Und so zwang ein Arbeitgeber meine Mutter zu einem Entzug. Damals, lang lang ist her. Trat sie sogar den Anonymen Alkoholikern bei. Das ging einige Zeit gut. Doch dann vertrat sie die Meinung das falsch zu sein. Und so verliefen auch die Entzüge im Krankenhaus. Sie sah sich dort immer als fehl am Platze. Sie sah ihr Problem nicht ein. Wir Kinder bekamen alles mit. Meistens verließ ihr Problem nicht unsere vier Wände. Mein Bruder hatte immer eher eine abweisende Haltung gegenüber dem Problem unserer Mutter. Nun ich war da dann wohl das genaue Gegenteil und so zog sie mich mit hinein. In der Grundschule blieb ich eher zu Hause, kochte ihr Tee und half ihr um wieder klar zu kommen. Versuchte sie mit allen Mitteln von ihrem Problem zu überzeugen. Niemand hinderte mich daran. Natürlich bekamen die Lehrer um mich herum mit, dass etwas mit mir nicht stimmte. Versuchten mir zu helfen.

Ich ließ mir nicht helfen, weil ich das Problem nicht bei mir sah, sondern bei meiner Mutter. Mein Bruder zog, als er es konnte aus. Da war ich 15 Jahre. Nun waren Mutti und ich allein. Es spitzte sich alles von Zeit zu Zeit zu. Ich verlor mich selbst. Konnte die Aussetzer meiner Mutter nicht mehr ertragen. Suchte Hilfe bei meinem Bruder, Vater, Oma. Alle waren der Meinung, es ist meine Mutter. Ich kann sie nicht auch noch alleine lassen. Ihr Problem könnte schlimmer werden. Das aber mein Problem inzwischen immer größer wurde, sah auch niemand. So verlor ich mein Leben. Noten wurden in der Schule schlechter. Respekt vor meiner Mutter schwand mehr und mehr. Egal, ob sie nüchtern war oder nicht. Ich verletzte mich selbst.

Fiel in ein tiefes Loch. Irgendwann sass ich auf dem Fensterbrett unseres 5-stöckigen Wohngebäudes. Entschlossen dem ein Ende zu machen. Doch aus Angst sprang ich nicht. Nicht dieses Mal, dachte ich mir. Kurz darauf klingelte es. Polizei. Nachbarn mussten das wohl bemerkt haben. Sie kamen hoch und fuhren mich etwas forsch an und fragten mich was das soll. Ich verwies auf meine Mutter. Sie konnten oder wollten das Problem meiner Mutter nicht erkennen. Fragten mich nur, ob das nochmal passieren würde und ob sie dann nochmal kommen müssten. Mir blieb nichts anderes übrig als Ja zu sagen. Sie gingen wieder. Meine Mutter und ich. Wieder allein. Einige Zeit später klingelte es erneut. Arbeiter-Samariter-Bund. Zum Glück.

Sie fragten, ob ich für eine Auszeit weg wollte von meiner Mutter. Woche ins Krankenhaus. Auf Abstand. Ich zögerte. Willigte jedoch ein. MEIN AUSWEG. Ausweg aus dieser Hölle. Lange zuvor hatte ich überlegt mir Hilfe zu suchen. Aber hab es nie geschafft. Konnte meine Mutter ja nicht allein lassen. Nicht wahr? Als ich im Krankenhaus war, erkannten plötzlich alle wie schlecht es mir ging. Meine Mutter wurde zum Gespräch ins Krankenhaus eingeladen. Sie kam nicht. Am Ende der Woche wurde ich vor die Wahl gestellt.

Nach Hause oder nicht nach Hause. Ich entschied mich dagegen. Zurück in die Hölle? Nein, danke. Dann verlief alles sehr tränenreich. Meine Mutter sagte beim Jugendamt nicht viel. Sie beschloss lieber eine bockige Haltung einzunehmen. Mein Vater, zu dem ich damals eher ein distanziertes Verhältnis hatte, konnte nicht recht mit der Situation umgehen. Ich ging im Alter von 16 Jahren ins Heim. Für 1 Jahr. Dann Betreutes Wohnen. Dann eigene Wohnung. Heute wohne ich mit meinem Freund zusammen. Habe noch Kontakt zu meiner Mutter.

Leider viel zu Guten. Denn wenn ich ihre Ausfälle mitkriege, dann trifft es mich immer noch. Mein Bruder hat den Kontakt komplett ausgegeben. Sie leidet sehr darunter. Drum liegt es wieder an mir sie aufzubauen? Das geht jetzt auch schon wieder etwa 3 Jahre so. Aber so geht das nicht. Ich brauche nun Hilfe um eine schützende Mauer aufzubauen. Ich selbst, merke wie stark mich meine Vergangenheit gezeichnet hat.

Bin überemotional. Habe alle paar Wochen einen nervlichen Zusammenbruch. Egal, wegen was. Irgendetwas findet sich immer. Habe oft keine Lust mehr auf irgendetwas. Ich habe Angst, dass ich mein Freund mit in ein Loch ziehe. Seit einiger Zeit stehe ich wieder an einem Punkt an dem ich nicht weiter komme. Habe wieder das starke Verlangen etwas gegen das Alkoholproblem meiner Mutter zu machen.

Ich kann nur schwer einsehen, dass ich nicht helfen kann. Heute ist der erste Tag an dem ich mich richtig zu dem Thema vor Fachleuten äußere. Aber ich merke es muss etwas getan werden. Ich spiele mein Problem auch oft runter. Will es eigentlich gar nicht wahr haben. Wahrscheinlich ist das genau das Verhalten einer Tochter, die jahrelang versucht hat mit dem Alkoholproblem der eigenen Mutter klar zu kommen.

Ich weiß, dass meine Mutter in ein noch tieferes Loch fallen muss um zu begreifen, dass sie ein Problem hat. Doch wie tief muss das Loch sein? Es war damals jedenfalls noch nicht tief genug als ihre beiden Kinder weg waren. Dabei müsste man eigentlich denken, es ist schon schwer genug die eigenen Kinder zu verlieren. Aber es bleibt einem wohl keine andere Wahl als zu zusehen, nicht wahr?

Antwort von Sylvia

Ihre Verzweiflung kann ich gut nachvollziehen: Ihre Mutter ist Alkoholikerin, weigert sich ihre Sucht behandeln zu lassen und Sie haben schon sehr früh und in all den Jahren Verantwortung übernehmen müssen!
Sie haben ein starkes Verlangen ihrer Mutter zu helfen, aber leider sind Ihre Möglichkeiten diesbezüglich begrenzt: Sie können ihr helfen, indem Sie sie in Ihrer Sucht nicht mehr unterstützen, sie musst die  Verantwortungen für ihr Leben endlich übernehmen.

Wie viel  tiefer das Loch noch sein muss, entscheidet Ihre Mutter selbst. Diese Entscheidung muss sie allein treffen.

Es ist leider sehr schwer zuzusehen, wie eine geliebte Person ihr Leben zerstört und Sie fühlen sich sicherlich ohnmächtig. Deswegen, wäre es sehr gut, wenn Sie selber eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Alkoholikern besuchen würden, damit Sie es lernen von den Problemen Ihrer Mutter zu distanzieren. Leben Sie Ihr Leben und kümmern Sie sich jetzt endlich mal um sich selbst.
Wünsche Ihnen ein friedliches und glückliches Leben!

Sonderglocke Anmerkung: Ihr Potential selbst Alkoholabhängig zu werden ist sehr, sehr groß. Die Verzweiflung wäre ein guter Grund mit dem Trinken zu beginnen?! Löse Dich und unterbrich die Familientradition; Deinen Nachfahren und vor allem DIR zuliebe.

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