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Frage: Süchtigen unterstützen
Wir haben unseren Sohn, 29Jahre, wieder zu Hause aufgenommen da ihm die Familie, 200 km entfernt, fehlte.Er ist gegangen, als vor 9 Jahren unser Sohn starb (suizid Drogen)... Leider habe ich bei ihm eine Spritze gefunden und Folien, die weiss staubig sind, auch kleine Papierrollen. Ich stellte ihn zur Rede und er meint, er wäre nicht süchtig, wie soll ich mich verhalten??? Habe gesagt, wenn er es zugibt, wir helfen ihm, er gibt es nicht zu, er weiss doch genau, wie sehr wir gelitten haben vor 9 Jahren und ich habe ihm gesagt, dass ich Angst habe,er gibt es nicht zu. Mein Mann droht mit Auszug,er macht soetwas nicht mehr mit, ich stehe zwischen 2 Stühlen, mein Sohn, um den ich Angst habe und mein Mann, den ich nicht verlieren möchte. Wir haben ihm immer Geld geschickt, als er fern war und haben nichts gewusst, nun hat er Schulden, steht vor unserer Tür, wir nehmen ihn auf, nun das Zeug, was ich fand, was soll ich tun, ich halte soetwas nicht noch einmal durch. Bitte sagt mir, wie soll ich handeln??? Habe Angst, etwas verkehrt zu machen.
Antwort von Silvia
Das sind in der Tat harte "Indizien", die du da gefunden hast. Offensichtlich traut sich dein Sohn nicht, dir die Wahrheit zu sagen, vermutlich hat er den Tod seines Bruders auch nie richtig verarbeitet und sich eben selbst in Drogen geflüchtet. Du solltest auf jeden Fall sofort aufhören, ihm Geld zu geben. Außerdem solltest du ihm nahelegen, eine eigene Wohnung zu suchen, mit 29 Jahren ist er dafür alt genug, erst recht, wenn er bis dato 200 km entfernt gewohnt hat. Dass dein Mann so etwas nicht noch einmal mitmacht, kann ich gut verstehen, aber wir Frauen (und Mütter!) ticken da wohl einfach auch ein bißchen anders (nicht unbedingt besser!) und wollen helfen bis zum Schluss. Vielleicht schaffst du es ja in einer ruhigen Minute unter vier Augen nicht im Verhörstil, sondern ganz einfühlsam im klar zu machen, dass du dir einfach Sorgen machst und wissen möchtest, was er fühlt, warum er Drogen konsumiert und was ihm die Drogen geben können, was er woanders nicht bekommt (z.B. Vergessen können). Parallel dazu würde ich dir und auch deinem Mann raten, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die Ereignisse von vor 9 Jahre aufzuarbeiten. Es gibt auch in jeder größeren Stadt Selbsthilfegruppen für Eltern Drogenabhängiger / Elternkreise, auch dies könnte eine erleichternde Erfahrung sein und vielleicht erhältst du noch weitere Tipps für den Umgang mit deinem 29jährigen Sohn. Ich wünsch dir ganz viel Glück, dass dein Sohn bald wieder die Kurve kriegt.
Informationen Suchtausstieg: Orientierung | 1. Suchtberatung | 2. Entgiftung | 3. Sucht Therapie
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