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Frage: Suchtgefährdet
Liebes Team, seit meinem 14. Lebensjahr praktiziere ich selbstverletzendes Verhalten. Borderline war zu dieser Zeit noch nicht bekannt, also konnte auch niemand reagieren. Obwohl, es hätte wohl auch nie jemand reagiert, denn meine Eltern merkten von meinen Qualen nichts. Mein Elternhaus war sehr kalt und lieblos, kurz eins sehr invalidierendes Umfeld. In dieser Zeit erlebte ich auch einen sexuellen Missbrauch, der 2 Jahre lang dauerte - fand nicht in der Familie statt. Ich hatte alles wunderbar verdrängt, fühlte zwar, dass etwas mit mir nicht "stimmte", beließ es aber dabei. Vor fast 4 Jahren begann ich jedoch immer mehr die Kontrolle zu verlieren. Vor etwas über einem Jahr wurde die Diagnose Borderline gestellt und ich begann meine Behandlung. Und nun zu meinem Problem: Während meines letzten Klinikaufenthaltes wurde mir ans Herz gelegt, einen Termin bei der Suchtberatung wahrzunehmen. Seit diesem Aufenthalt verspüre ich das unbändige Bedürfnis, mich mit Tabletten und Alkohol für eine Weile zu betäuben, um für ein paar Stunden Ruhe zu haben und nicht fühlen zu müssen. Das hatte ich in früheren Zeiten auch oft getan, allerdings gab es in dieser Kombination auch 5 Suizidversuche. Außerdem kommt noch dazu, dass ich im letzten Jahr mit Bekannten zusammen Gras geraucht habe. Das hatte eine sehr gute Wirkung bei mir, ich fühlte mich wohl, unbeschwert und frei. Diesen Zustand möchte ich so gerne noch einmal erleben, dass sich mittlerweile meine ganzen Gedanken nur noch um dieses Thema drehen. Ich habe keine Ahnung wie lange ich noch widerstehen kann, und das macht mir Angst. Jetzt meine Frage an Sie: Ist dieses Verlangen nach diesen Substanzen schon im gefährlichen Bereich, so dass ich es durchaus ernst nehmen und zur Suchtberatung gehen sollte? In dem Sinne abhängig, damit meine ich, dass ich diese Dinge gebraucht hätte um den Alltag durchzustehen, war ich noch nie. Wäre ich bei der Suchtberatung eigentlich an der richtigen Adresse? Für Ihre Antwort bedanke ich mich schon im Vorraus.
Antwort von Claudia
Hallo, auch ich kann dir nur raten eine Suchtberatungsstelle aufzusuchen. Auch wenn du bisher keine Anzeichen von körperlicher Abhängigkeit hast, so Kreisen deine Gedanken doch ständig darum, dich mit Suchtmitteln unbeschwert und frei zu fühlen, Ruhe zu haben und nicht fühlen zu müssen. Du hast Angst nicht mehr widerstehen zu können. Du bist stark Suchtgefährdet. Die Kombination Borderline und Sucht kommt ziemlich häufig vor. Du bist sehr reflektiert und möchtest dich selbst schützen,deshalb ist es wichtig eine Suchtberatungsstelle aufzusuchen, bevor du wirklich in eine Suchtmittelabhängigkeit rutscht. Die Beratungsstellen arbeiten auch präventiv und können dir sicherlich wertvolle Ratschläge geben. Es gibt auch Therapieeinrichtungen ,die gezielt Sucht-und Borderlineerkrankung behandeln. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Mut deinen Weg zu machen.
Informationen Suchtausstieg: Orientierung | 1. Suchtberatung | 2. Entgiftung | 3. Sucht Therapie
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