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Frage: Speed, Pepp und Piddersüchtig
Ich bin Speed, Pepp, Piddersüchtig !! Es hat vor knapp 2 Jahren angefangen EXTREM zu werden (vorher hab ich Speed höchstens mal auf Partys genommen, um nicht direkt "blau" zu sein). Dann haben es die Kollegen und ich (ganz selten) mal auf der Arbeit konsumiert. War echt genial.. alles ging wie von allein! Vor 2 Jahren haben meine Frau und ich uns ein 100 Jahre altes Haus gekauft (sanierungsbedürftig).
Meine Frau war ausserdem ca. 12 Wochen vor der Entbindung unseres Sohnes. Ich dachte mir, wär doch gut, wenn wir schon vor der Geburt im Haus wohnen könnten, erster Vorteil: wir bräuchten dann nicht mit einem Säugling umziehen, zweiter Vorteil: die monatliche Miete für die noch vorhandene Wohnung würde früher wegfallen. Was tun ? Pepp besorgen und los... sämtliche Nachbarn und Arbeitskollegen + Freunde/Bekannte sagten, statt zu helfen, "Dat schaffst Du niemals in nur 12 Wochen wohngerecht zu gestallten... Ich hab nur 10 Wochen gebraucht !!!! Und der Umzug war auch schon erledigt (ich übrigens auch "etwas"). Seitdem nehme ich täglich Speed, mal mehr mal weniger... wobei es immer mehr wird. Habe natürlich noch reichlich Arbeit am Haus/Garten und meinen Beruf übe ich ja auch noch aus..!
Ich will nicht mehr ...!! Meine Nase ist völlig hinüber, habe massig kaputte Zähne..., ca. 15 kg Untergewicht..., trockene Haut (Hornhaut)..., vergesslich..., ich weiß nicht, ob es davon kommt, aber zu 98 % schnupfe ich es durch das rechte Nasenloch..- mein rechtes Auge hat unter 50% sehkraft (kann das vom ziehen kommen?), das mit der sehschwäche, weiß ich, weil es mir der Arzt der Arbeitsmedizinischen Untersuchung, vorgestern, gesagt hat (28.07.10). Bin auch mal gespannt, was in dem Befund der BG stehen wird !!!
Jetzt zu meinem eigentlichen Problem: Ich fange am Montag bei einem NEUEN Arbeitgeber an d.h.: anstrengen, denn ich brauch die Arbeit, damit auch das Haus weiter abbezahlt werden kann... Überstunden sind unbedingt notwendig, weil sonst das Geld nicht reicht. Wenn ich jetzt in Therapie oder sonst was gehen würde, wär ich ratz-fatz arbeitslos, und das geht mal garnicht!!!! Dann bin ich Papa von 2 zuckersüßen kindern (21 Monate und 8 Monate alt), was wird wohl das Jugendamt dazu sagen; dass der Vater der 2 Kinder arbeitslos wegen Drogen ist??? Selbst entwöhnen von dem Teufelszeug geht leider nicht... habe es versucht: wenn ich mal wach war, dann war ich extrem launig, SEHR leicht reizbar, immer kurz vorm heulen und Geduld hatte ich absolut keine mehr.. war quasi kurz wach zum Stunk machen und bin dann weinend wieder eingeschlafen... weil ich total KO war. Was soll ich nur tun ? Meine Frau (clean, hat noch nie, und wird auch nie...) ist auch fix u. fertig, weil sie nicht weiß, wie sie mir helfen soll/kann.
Ich will unbedingt von dem Gift weg, brauche aber auch die neue Arbeitsstelle und selbst wenn ich irgendwie zur professionellen Hilfe komme, stelle ich mir die Frage: steht die ärztliche Schweigepflicht über dem Jugendschutz? Zum Glück besitze ich noch einen Funken Verantwortung und nehme die Drogen NIEMALS vor den AUGEN meiner Familie und wenn ich es zuhause nehme, dann nur in meiner Gartenhütte (da kommt keiner sonst rein) und wasche mir anschließend immer gründlich die Hände !!! Das ist mir absolut Wichtig !!! Aber wer glaubt das schon ?
GIBT ES EINE ANDERE ALTERNATIVE von dem Dreck wegzukommen ??? Was können Sie mir raten/empfehlen ? Habe jetzt vor kurzem unser Dach komplett Saniert, in nur 4 Wochen !!! ALLEINE... Tagsüber Arbeiten, dann das eigene Dach.. bin nie vor 01:00 Uhr ins Bett gekommen ! Und dann morgens wieder um 05:30 Uhr aufstehen.. für auf die Arbeit, ausser eine Woche, da hatte ich auf der Firma (alt) Urlaub. Aber seitdem gehts mir Seelisch und körperlich echt mies... egal ob ich Pepp im Kopp hab oder nicht ! Auf eine Reaktion würde ich mich wirklich sehr freuen, auch wenn ich die Antwort Ihrerseits wahrscheinlich schon kenne... Trotzdem vielen Dank vorab !!!
Antwort von Silvia
Grundsätzlich ist es schon einmal viel wert, dass Sie nicht unmittelbar vor Ihren Kindern konsumieren. Dennoch werden sie früher oder später merken, dass ihr Vater anders drauf ist. Ich würde Ihnen daher dringend raten, Ihren Funken Verantwortung auf eine therapeutische Maßnahme auszuweiten. Da Sie laut Ihrer Beschreibung gefühlsmäßig "aus der Bahn" geraten, wenn Sie nicht konsumieren, geht es nicht nur um eine körperliche Entgiftung, sondern auch um eine suchttherapeutische Behandlung. Generell gibt es auch die Möglichkeit einer ambulanten Therapie, also am besten erstmal einen Termin mit der Suchtberatungsstelle ausmachen, um die Details abzuklären. Ärztliche Schweigepflicht besteht, wenn allerdings der Verdacht auf Vernachlässigung der Kinder oder Beeinträchtigung des Kindeswohles besteht, wird das Jugendamt informiert. Da Ihre Frau jedoch nach Ihren Angaben clean ist, sehe ich da keine unmittelbare Gefahr. Übrigens dürfen Arbeitgeber wegen einer Suchterkrankung nicht kündigen, sondern müssen Sie während der Therapie freistellen. Wenn Sie diese allerdings abbrechen, schaut es anders aus.
Informationen Suchtausstieg: Orientierung | 1. Suchtberatung | 2. Entgiftung | 3. Sucht Therapie
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