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Frage: Freund ist substituiert
Mein Freund hat ein Drogenproblem, er hat Heroin geschnupft, nun ist er substituiert, seit einem Jahr auf 18ml Methadon, dazu hat er noch eine Alkoholabhängigkeit.Er hat mittlerweile vier Entgiftungen von Beikonsum u. Alkohol hinter sich. Seine längste cleane Phase waren sechs Wochen, wobei ich zusehen konnte, dass er täglich immer tiefer in Depressionen versank. Es gab natürlich viel Streit in seinen Drogenzeiten, ich stellte ihn vor die Wahl entweder Therapie oder er muss ausziehen, da ich mir nur ein Leben ohne Drogen vorstellen kann.
Kraft für eine Therapie hätte er noch nicht und bemühte sich um ein betreutes Wohnprojekt, die Wartezeiten betragen sich auf min. drei Monate. Er ging in die Entgiftung, es gab am Tag seiner Entlassung ein Dreiergespräch mit seiner PSB (Psychologisch Beratung). Das war sehr heftig für Ihn, meine Bedingung war, bei einem Rückfall muss er gehen, auch wenn er noch keine eigene Wohnung hat, weil ich es nicht weiter aushalten kann. Noch am gleichen Tag, vermute ich, hat er Tabletten (Rohypnol ) genommen, ich war mir nicht sicher, es hätte auch das Methadon sein können.
Am dritten Tag nach dem Entzug kam der Alkohol wieder dazu. Ich warf ihn raus, sprach erneut mit seiner PSB. Sie sagte, er muss schlechte Karten haben. Nun hat er eine Woche in Hausfluren übernachtet oder schläft bei Kummpels, die richtigen Freunde gibt es auch nicht mehr, wenn ich ihn treffe, ist er so berauscht, dass er teilweise sogar wirr redet. Er weiß, wenn er clean (außer Methadon ) ist, darf er hier übergangsweise wieder wohnen.
Es ist schwer für mich, da ich ihn sehr liebe, nun möchte ich ihn seelisch trotzdem unterstützen, und wünsche mir immer noch eine Beziehung mit ihm,wenn das überhaupt noch geht. Wie hoch sind die Chancen, dass es ein Junkie schafft, von der Sucht loszukommen? Was muss passieren, dass es entgültig Klick macht, er liegt schon am Boden, übernimmt keine Verantwortung, bezahlt keine Rechnungen und meldet sich bei mir nur, wenn er etwas will.
Ich glaube ihm trotzdem, dass er mich liebt und er ein cleanes Leben mit mir will. Nur wie ist das zu schaffen? Aber er kämpft nicht. Wie kann ich da draussen für ihn da sein und wie verhalte ich mich psychologisch am besten. Die Drogen sind die Hölle!
Antwort von Silvia
Solange er nicht die Verantwortung für sein Leben und sein Handeln tragen muss, weil er immer Unterstützung erhält (z.B. von "Freunden", Familie oder von dir), wird der Leidensdruck nicht so groß sein, dass er etwas an seinem Konsum verändern müsste. Die Chancen, dass ein Junkie es schafft, von seiner Sucht loszukommen, würde ich nicht mit einer Zahl beziffern wollen, wichtig ist, dass der Betroffene an den Gründen für seinen Konsum arbeitet und zum Beispiel in Therapie alternative Verhaltensweisen erlernt. Vor allen Dingen sollten seine Depressionen mitbehandelt werden, da diese sicher zu seinem Konsum beitragen. Ich habe großen Respekt davor, dass du trotz allem zu ihm hältst, aber andererseits eine klare Grenze gezogen hast bzgl. der gemeinsamen Wohnung, das ist wirklich wichtig, zum einen, um dich selbst zu schützen und zum anderen, um ihn die Konsequenzen seines Drogenkonsums spüren zu lassen. Bleib bei deinem Verhalten: Biete ihm Unterstützung für den Fall an, dass er ernsthaft ein cleanes Leben anstrebt und bleib hart, wenn er etwas will (z.B. bezahle nicht seine Rechnungen oder leih im kein Geld, das er ohnehin nur in Drogen umsetzt). Ich wünsche dir viel Kraft!
Informationen Suchtausstieg: Orientierung | 1. Suchtberatung | 2. Entgiftung | 3. Sucht Therapie
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