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Frage: drogenabhängiger Freund
Hi, ich bin Sara 29j aus Hamburg. Ich war bis zum kurzen drogenabhängig, seit zirka 2 j clean und hab ab 01.02.10 eine Ausbildung angefangen als Arzthelferin. Ich fühle mich ganz glücklich wie nie zuvor, hab keinerlei Suchtdruck und entwickle jeden Tag mehr Selbsbewusstsein und -wert in mir.
Ich blicke vor und merke, dass ich dieses Mal richtig und wirklich glücklich bin und das alles echt und real ist. Aber ich habe ein Problem, sodass ich nicht mehr weiter weiss. Ich bin mit jemanden zusammen, der ebenfalls drogenabhängig war und noch ist.
Ich hab mich sehr um ihn bemüht, wir waren fast immer zusammen im KH ODER BEI AMBULANZ BEHANDLUNG, ich hab es geschafft, aber er ist immer noch im Kampf. Es fällt mir immer schwer, mit ihm umzugehen. Er ist auf bewaehrung 2j raus und nach der Gerichtsverhandlung musste er zur Therapie.
Ich sage nicht, dass er nicht versucht, aber richtig wollen und ehrlich zu versuchen, sehe ich in ihm nicht und das größte Problem denke ich (also vorher habe ich nicht begrigen???), dass ich mich immer um ihn gekümmert habe und er ist überhaupt nicht selbstständig.
Ich weiß jetzt, dass ich nicht viel tun kann, weil für mich könnte auch niemand richtig was tun, außer mit selbst. Wir wohnen seit Jahren zusammen in meiner Wohnung. Ich möchte ihn gerne aus meiner Wohnung. Nicht, dass er für mich nicht wichtig wäre. Sein Leben und seine Zukunft ist mir wichtig, weil ich weiss, dass er besseres verdient hat. Wir haben nicht wirklich miteinander Probleme. Er ist ein ganz gutherziger Mensch und seine Familie auch. Die helfen uns auch sehr.
Also finanziell, aber in dieser Sache können sie nicht, weil sie sehr weit von uns sind, zirka 400 tausend km weit von uns. Und ich weiß nicht, wenn ich auch was sagen würde, können die mir wirklich einen guten Rat geben. Ich denke, wenn er in seine eigene Wohnung zieht, ist das sowohl für ihn als auch für mich gut. Er kann lernen, sich um sich zu kümmern und ich kann bisschen atmen.
Das Problem ist, er hat seinen Therapietermin verpasst, weil er rückfällig wurde (er war nen monat lang clean) und jetzt ist wieder in ambulanzenbehandlung und alles ging von vorne los und diese Wiederholerei macht mich langsam wahnsinig. Er bemüht sich auch keinerlei ne Wohnung zu finden.
Ich kann ihn auch verstehen aufgrund seines Zustandes. Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass ich nicht mehr atmen kann. Wenn ich ihn im Rauschzustand sehe oder mit schmutzigen Haaren und 1-2 wochige Bart im Gesicht. Oder wenn ich am Wochenende alles aleine machen muss, sauber machen usw. oder ständig für ihn oder für beide nachdenken muss und Lösungen zaubern muss. ich weiß nicht, was ich machen soll.
Und der Rat, ihn raus zu werfen, hilft mir auch nicht. Ich brauch was Richtiges, dass ich mich auch am Ende gut fühlen kann. Bitte sagen sie mir, was ich machen soll. Mit freundlichen grüßen sara aus hamburg -
Antwort von Silvia
Zunächst einmal muss ich wirklich sagen, dass ich Sie bewundere, wie Sie es als selbst Ex-Abhängige schaffen, weiterhin mit einem abhängigen Freund zusammenzuleben, ohne selbst rückfällig zu werden. Dazu gehört wirklich viel Kraft und Willen.
Ich verstehe sehr gut, dass Sie Luft zum Atmen brauchen und wünschen, dass Ihr Freund auszieht. Allerdings haben Sie erfahrungsgemäß gut erkannt, dass er sich nur selbst helfen kann. Auch wenn Sie gerade diesen Rat nicht haben wollten, ich sehe keine wirkliche Alternative, als ihm eine letzte Frist zu setzen entweder hinsichtlich Therapiebeginn und/oder hinsichtlich Wohnungssuche und danach zur größten Not das Schloss zu tauschen.
Diese - sicher sehr harte - Variante eröffnet Ihrem Freund unter Umständen die Chance, selbstständiger zu werden und aktiv etwas gegen seine Drogensucht zu unternehmen. Sie sollten stolz auf sich sein, dass Sie Ihre Drogensucht überwunden haben, aber die Verantwortung für Ihren Freund bleibt bei ihm, die können Sie ihm gar nicht abnehmen.
Informationen Suchtausstieg: Orientierung | 1. Suchtberatung | 2. Entgiftung | 3. Sucht Therapie
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