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Frage: Problem mit Drogen
Ich habe folgendes Problem mit meinem Bruder. Er hatte früher (vor ca. 15-20 Jahren) ein großes Problem mit Drogen. Meines Wissens waren es hauptsächlich Kokain, Marihuana. Wir (mein Bruder und ich) versuchten erst, das Ganze alleine hinzubekommen, damit unsere Eltern nichts davon bemerken, was uns aber nicht gelang. Mein Vater bekam davon was mit und brachte meinen Bruder in einer Entziehungstherapie unter. Mein Bruder kam dann in ein Methadon-Programm.
Was auch half, er nahm keine Drogen mehr, wurde ärztlich betreut. Im Beruf fasste er auch wieder Fuß. Er heiratete und sie bekamen auch zwei Kinder. Ich hielt dann auch die ganzen Jahre über lockeren Kontakt, da ja alles wieder rund zu laufen schien. In letzter Zeit bemerkte ich eine Veränderung, er wurde wieder stiller und an seinen Augen konnte ich sehen, dass da wieder was ist. Er hat mittlerweile auch eine Freundin (trotz Frau), mit der er, wie es sich jetzt herausstellte, wieder Drogen nahm. Es ist schwer bis unmöglich an meinen Bruder dranzukommen, er hat sich komplett zurückgezogen, auch von mir. Im Beruf fangen auch schon Probleme an. Können Sie mir helfen und mir einen Rat geben, wie ich mich verhalten soll? Ich muss und möchte meinem Bruder helfen, ich weiß, dass wir das schaffen, ich weiß nur nicht wie. Ich erwarte Ihre Antwort und bedanke mich schon mal im Voraus. -
Antwort von Silvia
Du solltest deinem Bruder klar sagen, welche Beobachtungen du machst (Änderungen im Verhalten, Augen) und deine Vermutung eines Rückfalls äußern und ihm deutlich machen, dass du dir Sorgen um ihn machst. Wenn er im Methadon-Programm ist, hat er Heroin konsumiert. Letztendlich kann er sich von seiner Drogensucht nur selbst befreien, indem er nochmals zur Entgiftung und anschließend auf Therapie geht. Du kannst ihm zur Seite stehen, ihn bei Bedarf zur Suchtberatungsstelle begleiten, aber aufarbeiten muss er seine Sucht alleine. Schön, dass du an ihn glaubst, dass er das schaffen kann. Der Weg zur Drogenfreiheit ist oft steinig, d.h. mit Rückfällen verbunden, die gehören zur Sucht (leider) einfach dazu. Auch seine Frau kann ein wenig dazu beitragen, die Rückfallphase nicht zu verlängern, indem sie z.B. kein Geld offen rumliegen lässt (notfalls das Konto für ihn sperrt) und ihn nicht auf Arbeit entschuldigt, wenn er fehlt. Wenn Süchtige die Konsequenzen ihrer Sucht unmittelbar spüren und selbst dafür Verantwortung übernehmen müssen, gelingt der Ausstieg manchmal schneller. -
Informationen Suchtausstieg: Orientierung | 1. Suchtberatung | 2. Entgiftung | 3. Sucht Therapie
Weiterführende Informationen Medikamente: Medikamentenabhängigkeit | Buchtipps Arzeneimittelsucht |
Weiterführende Informationen: Buchtipps Alkoholsucht | Alkoholiker | Alkohol |
Weiterführende Informationen Drogen: Buchtipps Drogen | Drogen | Cannabis | Amphetamine | Heroin | Kokain | Benzodiazepine |

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