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Frage: Drogensüchtiger Freund
Mein Freund hat in seinem Leben schon viel durchgemacht. Kinderheim, Knast, Drogen usw, ich bin jetzt mit ihm 3 Jahre zusammen und habe schon viel durch, vor fast 2 Jahren hatte er einen Schlaganfall, letztes Jahr seine Herz-OP, und ich war immer an seiner Seite. Nebenbei hat er noch ein Interferonprogramm gemacht und Entgiftung mit Pola. Vor 2 Monaten war er im Krankenhaus, um das endlich hinter sich zu lassen. Seit 2 Wochen aber hängt er wieder an der Nadel! Ich habe ihm gesagt, weil er mir nicht die Wahrheit sagen wollte, dass ich jetzt ausziehe, denn ich kann es mir und meinem Kind nicht mehr zumuten. Er weinte wie ein kleiner Junge, ich bin geblieben. Doch nun frage ich mich, wie kann ich ihm helfen, kann ich ihm überhaupt noch helfen davon wegzukommen? Er sagte, er will uns nicht verlieren und will alles tun, doch zur Zeit macht er nichts, gar nichts. Was soll ich machen? Muß ich ihn aufgeben?
Antwort von Silvia
Ganz ehrlich: Mir ist Himmelangst geworden, als ich gelesen habe, dass ihr ein Kind habt. Und damit hast du als Mutter für mich in erster Linie eine Verantwortung für das Kind, da Kinder nunmal in jungen Jahren primär vom Verhalten ihrer Eltern geprägt werden. Auch das Risiko, selbst drogenabhängig zu werden, ist bei Kindern suchtkranker Eltern erheblich erhöht.
Ein drogenabängiger Vater ist also keine gute Basis für die Entwicklung eines Kindes, vor allem für seine Fähigkeit, Probleme zu bewältigen. Helfen kannst du deinem Freund nicht, er muss sich alleine dafür entscheiden, sein Leben drogenfrei fortzusetzen und da hilft kein Weinen und Versprechen, sondern nur aktives Handeln.
Ich empfehle dir: Setz ihm eine Frist, bis zu der er sich zur Entgiftung ins Krankenhaus begibt, andernfalls solltest du zu deinem eigenen Wohl und dem Wohl deines Kindes ausziehen. Fakt ist aber auch, dass die Überwindung von Drogenabhängigkeit meist mit Rückfällen verbunden ist. Daher sollte dein Freund nicht nur zur Entgiftung, sondern anschließend auf Therapie, um seine Vergangenheit und damit die Auslöser für seine Sucht entsprechend aufzuarbeiten und weiteren Rückfällen vorzubeugen.
Informationen Suchtausstieg: Orientierung | 1. Suchtberatung | 2. Entgiftung | 3. Sucht Therapie
Weiterführende Informationen Medikamente: Medikamentenabhängigkeit | Buchtipps Arzeneimittelsucht |
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