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Frage: Drogen - Rückfall

Ich habe seit ca.4 Monaten einen Freund, der 10Jahre drogenabhängig war/ist (Amphetamine und Kokain).Er war 8Jahre lang in einer Beziehung, in der auch die Partnerin schwer drogenabhängig war.Wir näherten uns ca. 4 Monate lang an bis zu einem Tag, an dem seine ganzen Lügen aufgeflogen sind.Ich wußte von Anfang an, dass er konsumiert.

Von einem Tag auf den anderen nach dem die Lügen aufgedeckt wurden, hat er sich eine Woche lang zurückgezogen und einen kalten Entzug gemacht.Danach kam er zu mir, weil er so nicht mehr weiterleben wollte und für mich mehr empfand als Freundschaft.Ich habe ihn dann gebeten, sich gut zu überlegen, ob er sein altes Leben aufgeben will und ihm das Angebot unterbreitet, dass er zu mir kommen kann.
Seither sind wir zusammen und es lief die ersten zwei Monate auch wunderbar.Ich weiß, dass er mich über alles liebt, aber seit ein paar Wochen ist es jetzt schon dreimal vorgekommen, dass er nachts weg bleibt und ich nicht weiß, wo er ist und was er tut.

Er macht eine ambulante Therapie und geht auch regelmäßig arbeiten, was er in den zehn Jahren nicht getan hat.Er hatte auch nie vorher eine Partnerin, die nichts mit Drogen zu tun hat.Er sagt mir, er hat sein altes Leben hinter sich gelassen, nur fällt es ihm schwer, sich in der normalen Welt, wie er es nennt, zurecht zu finden.Kontakt zu den Leuten hat er ab und an mal noch.

Nun befürchte ich, dass er wieder Drogen konsumiert, da das Wegbleiben nicht seine Art ist.
Er hat zugegeben, in der einen Nacht, als er weg war, konsumiert zu haben, möchte aber seine Arbeit und Therapie weiterhin fortführen.

In letzter Zeit fährt er sehr schnell hoch und das meist wegen Kleinigkeiten.
Wenn ich ihn auf etwaigen Konsum anspreche, blockt er ab und es kommt meist zum Streit.
Vielleicht höre ich ja auch nur die Flöhe husten, aber ich denke, dass er wieder ab und an konsumiert,wenn vielleicht auch nicht viel, denn sonst würde ich es merken.
Nun meine Frage....

Wie kann ich damit umgehen, wenn er es nicht zugeben will oder höre ich doch nur die Flöhe husten?
Wie kann ich ihm gegenübertreten, ohne dass es bei diesem Thema zum Streit kommt. Ich bin selber in Kontakt mit einer Drogenberatungsstelle, wo er auch in Abständen hingeht.
Würde mich über eine schnelle Antwort freuen.

Antwort von Silvia

Das hört sich in der Tat nach einem Rückfall an, wenn dein Freund sonst eher zuverlässig ist. Rückfälle gehören zur Abhängigkeit dazu und zumeist ist das für den Rückfälligen mit enormen Schuldgefühlen und dem Gefühl, wieder einmal versagt zu haben, verbunden, weswegen dein Freund es vermutlich nicht so freimütig zugeben kann, wie du es dir wünschen würdest.

Er blockt denn eher ab bzw. es kommt zum Streit. Du kannst versuchen, ihm klarzumachen, dass dir Vertrauen sehr wichtig ist und dass du dich ja trotz seiner Abhängigkeit für ihn als Freund entschieden hast. Vielleicht hilft ihm das, sich dir gegenüber auch beim Thema Rückfall zu öffnen, wenn er genügend Sicherheit hat, dass du ihn wegen eines Rückfalls nicht verlassen würdest (sondern eher, wenn er dich weiterhin anlügt).

Vielleicht ist ja eine ambulante Therapie nicht ausreichend und er braucht doch eine stationäre. Dass du Kontakt zur Drogenberatungsstelle hast, finde ich super, die sind kompetent nicht nur für Betroffene, sondern auch für Angehörige.

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