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Frage: krankhaftes Kaufverhalten
Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Mann leidet an Depressionen und ist zur Zeit in M. bei Deggendorf in Behandlung. Wir sind seit 16 Jahren zusammen und 14 Jahre verheiratet. Ich liebe ihn und möchte derzeit keine Trennung, obwohl ich ständig davon spreche. Ich habe seit ca. 15 Jahren keinen Sex mehr und es hat sich so eingeschlichen, dass wir wie Bruder und Schwester leben. Ich bin unzufrieden, doch es heißt immer, hab doch Verständnis für die Situation von deinem Mann, er hat Depressionen, da hat man auch keine Lust zum Sex aber selber machen tut er es, wie passt das hinein? Ich bleibe auf der Strecke mit meinen Gefühlen und Wünschen. Unser Tag verläuft so: Um 8 Uhr frühstücken, dann am Haus und um Haus arbeiten, Mittagessen, Siesta und dann vor dem Fernseher sitzen. Er in der Stube unten und ich im Büro. Ich habe mir bereits ein Bett ins Büro gestellt und schlafe da, dies hat aber nichts mit unserem Sex zu tun, sondern weil er so schnarcht. Ich habe bereits 110 kg bei 169 cm und kaufe jeden Tag bei Ebay ein. Noch zahle ich alles und Kaufhäuser kommen bei mir nicht in Frage. Da ich eine soziale Phobie habe, bin ich froh, wenn ich so einkaufen kann. Ich räume jeden Monat das Konto leer, so dass für Öl und andere Sonderzahlungen oft kein Geld zur Verfügung ist. Dann kommt von irgendwoher z.B. BfA eine Nachzahlung und schon bin ich wieder gerettet, aber wielange geht das noch gut? Bitte helfen Sie mir. Danke.
Antwort von Silvia
Ich sehe bei Ihnen einen klaren Zusammenhang zwischen der empfundenen gefühlsmäßigen Vernachlässigung durch ihren an Depressionen erkrankten Mann und Ihrem Kaufverhalten, was mir als eine Art Ersatzbefriedigung vorkommt. Da Ihr Kaufverhalten unter Umständen Ihre Existenz (und die Ihres Mannes) gefährden kann, wenn z.B. die Miete oder ähnlich wichtige Sachen nicht mehr bezahlt werden können, empfehle ich Ihnen, einen Psychologen aufzusuchen, der mit Ihnen Wege erarbeiten kann, wie Sie auf andere Art und Weise ein emotional erfüllendes Leben führen können, ohne täglich bei Ebay zu shoppen. Vielleicht gibt es auch in M. die Möglichkeit, mit dem behandelnden Arzt Ihres Mannes ein Gespräch zu führen, die beziehen Angehörige in der Regel auf Wunsch in die Behandlung ein. Über kurz oder lang sollten Sie Ihrem Mann - trotz seiner Depressionen - erklären, wie es Ihnen geht, denn auch Sie haben ein Recht, angehört, wahrgenommen und geliebt zu werden!
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