depressive Verstimmungen bei Entzug

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Frage: depressive Verstimmungen bei Entzug

Hallo, vorweg: ich bin 17 Jahre alt und gehe zusammen mit meinem besten Freund (17) auf ein Gymnasium.
Heute während der Schule fiel mir etwas an meinem besten Freund auf: er war merkwürdig depressiv verstimmt und meinte auf Nachfrage nur: "Es ist nichts". Nachdem ich dann aber trotzdem weiter nachhakte, sagte er mir, dass er seit ca. 8 Jahren ein Problem habe und es alleine lösen möchte und dass er niemandem davon erzählt hat bzw. erzählen wird.

So... am Abend waren wir dann in der Stadt unterwegs, als er mir sagte, dass er ein Verlangen nach Morphium hat, da er mit einer Freundin über Morphium geredet hätte.

Ich wusste nicht, wie mir geschah. Ich hatte in meinem Leben bisher noch NIE mit Abhängigkeit/Drogenproblemen zu tun gehabt.

Als wir in der Stadt waren, hatte er auch merkwürdige depressive Verstimmungen und wäre vor lauter Geistesabwesenheit fast vor ein Auto gelaufen. Er hat nicht auf Zurufe ( Ich ging ca 5 Meter hinter ihm ) reagiert. Erst als der Autofahrer anhielt und hupte, bemerkte er das Auto und sprang zur Seite. Nach eigenen Angaben seien das Ausläufer der Entzugserscheinungen (Übelkeit/depressiv).

Das war soweit die Vorgeschichte, was heute passiert ist. Was mich viel mehr beunruhigt, ist das, was danach kam. Wir kamen erneut über das \"8 jährige Problem\" zu sprechen und er sagte mir, dass er seit ca. 8 Jahren eine Droge nehme. Nur welche Droge er nimmt, hat er nicht erwähnt und will es auch nicht sagen. Er sagte mir, dass er einen alleinigen Totalentzug machen möchte.

Ich habe ihm daraufhin wütend über seine oberflächliche Gleichgüktigkeit gesagt, dass er nach ca 8 Jahren Drogenabhängigkeit NICHT in der Lage ist, einen Totalentzug alleine durchzustehen und dass er das ohne Hilfe nicht schaffen würde.

Weiterhin erfuhr ich im Laufe des Abends, dass er die Droge nicht spritzt und dass sie direkt ins Blut geht. Die mir bekannten anscheinend als Entzugserscheinungen auftretenden Nebenwirkungen sind depressive Verstimmungen und Erbrechen/Übelkeit/geistige Abwesenheit. Außerdem sagt er mir, dass die Droge ihn leistungsfähiger macht und ihm nicht schaden würde.

Und er will den Totalentzug machen, da ihn die Droge nach eigener Aussage wegen der extrem häufigen Einnahme in letzter Zeit extrem verändert. Doch er beharrt darauf, weder irgendwann mal Morphium genommen zu haben, noch ein Problem damit zu haben.

War die Anspielung in der Stadt also ohne weitere Bedeutung? Oder lassen sich daraus eventuelle Merkmale einer Droge ablesen?

Ich weiß nicht, um welche Droge es sich handelt. Ich weiß nicht, wie ich vorgehen kann. Ich weiß nicht, wie ich ihm helfen kann. Weil eins ist sicher: er realisiert nicht die Schwere seiner Sucht.

Ich bitte um Hilfe

Antwort von Silvia

Leistungssteigernde Drogen, die auf Entzug zu depressiven Verstimmungen führen und die nicht primär gespritzt werden und trotzdem direkt ins Blut gehen, sind Kokain oder aufputschende Medikamente (u.a. Excstacy). Die Anspielung war in meinen Augen eine Art Hilferuf. Bleib mit ihm im Gespräch und biete ihm deine Hilfe an, sag ihm, wie sehr du dich um ihn sorgst, weil er dir so wichtig ist. Und dass du Angst hast, ein Totalentzug könnte körperlich gefährlich für ihn werden.

Auch ist es (erst recht nach 8jähriger Konsumzeit) allein mit einem körperlichen Entzug nicht getan, es müssen die seelische/psychischen Ursachen für den Suchtmittelkonsum mit behandelt werden, ansonsten ist ein Rückfall extrem wahrscheinlich. Vielleicht lässt er sich ja zum Besuch einer Suchtberatungsstelle motivieren, wenn du ihm anbietest, ihn zu begleiten. Die Beratungsstellen unterliegen der Schweigepflicht, es bleibt also alles geheim und wird z.B. nicht an die Eltern weitergetragen.

Weiterführende Informationen Drogen: Buchtipps Drogen | Drogen | Cannabis | Amphetamine | Heroin | Kokain | Benzodiazepine |

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