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Frage: Suchtverlagerung
Mein Sohn ADSler, nimmt sein Ritalin nicht mehr und konsumiert nun viel Cannabis und wie viele Jugendlichen auch zu viel Alkohol. Wenn er "breit" ist, kommen meine Botschaften natürlich nicht durch, wenn er morgens/mittags nüchtern ist, ist er so gereizt, dass man nicht mit ihm reden kann. Er will nur noch "chillen" und hat keine Struktur mehr (vernachlässigt den Schulbesuch).
Noch ist er minderjährig und schulpflichtig. Er ist zeitweise falsch beschult worden (überfordert) und hat keine Erfolgserlebnisse mehr. Er läßt sich aber auch nicht mehr zu Sport oder ähnlichem anreizen, weil er vielleicht schon zu abhängig ist. Ich selbst nehme keine Drogen und versuche in allem ein gutes Vorbild zu sein, doch er ahmt lieber seine Freunde nach. Ich möchte ihm gern raus helfen, habe aber keinen wirklichen Einfluss mehr auf ihn, denn Jugendliche entziehen sich den Eltern ja und machen oft das Gegenteil von unserem Rat. Ich versuche ihm keine Vorwürfe zu machen, ermuntere ihn lieber, wieder andere Wege zu probieren. Ich denke er steckt aber schon zu tief drin.
Wie kann man einem Jugendlichen helfen? Ich habe keine Erfahrungen, ob sie sich auf Therapien einlassen, wer sie ermuntern müßte,wie man sie ermuntert etwas zu unternehmen, wo man sich hinwenden kann ohne Ängste vor einer Wegnahme des Sorgerechts. Ich habe Angst, dass es nicht nur eine Phase ist, sondern sich auf Grund der ADS festigt.
Ich bin für jeden Rat dankbar. Ich kenne mich mit Drogen aus, mein Ex-Mann war abhängig. Ich brauche keine allgemeinen Informationen über das Entstehen, über Drogenarten oder so - ich brauche praktische Tips, wie man vielleicht durchdringt, wie man bewegen kann, wie man einen Jugendlichen dazu bringt professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Antwort von Silvia
Schön, dass Sie Ihrem Sohn aktiv helfen wollen. Am besten gehen Sie zu einer Suchtberatungsstelle an Ihrem Heimatort, die beraten auch Angehörige und unterliegen der Schweigepflicht, d.h. es besteht keine Gefahr, dass Ihnen das Sorgerecht entzogen wird, im Gegenteil, so, wie es sich anhört, nehmen Sie Ihr Sorgerecht sehr ernst. Natürlich orientieren sich Jugendliche ab einem gewissen Alter eher an Gleichatrigen, nicht mehr an uns Müttern/Eltern.
Durch Ihren Ex-Mann (Vater des Jungen?) hat Ihr Sohn leider auch ein erhöhtes Risiko, selbst eine Abhängigkeit zu entwickeln, weil gerade in jungen Jahren eben doch in erster Linie von den Eltern gelernt wird, vor allem, was den Umgang mit Konflikten angeht (Lösungswege finden versus in Süchte fliehen).
Bleiben Sie ansprechbar für Ihren Sohn, für seine Probleme, seine Wünsche an die Zukunft, zeigen Sie Interesse an den Gefühlen, die Cannabis bei ihm auslösen und versuchen Sie weiterhin, im Umgang mit ihm soweit möglich vorwurfsfrei zu bleiben, damit die Beziehung keinen Schaden nimmt. Generell wird Ihr Sohn erst dann eine Therapie antreten, wenn ER für SICH entscheidet, dass sich in seinem Leben etwas ändern muss, zu dieser Einsicht kann man niemanden zwingen. Was die Therapiebereitschaft u.U. erhöhen kann, ist, wenn Sie seine drogenbedingten "Fehler", z.B. Schule schwänzen, Schulden machen, nicht für ihn entschuldigen, sondern die Verantwortung für sein Handeln bei ihm lassen!
Weiterführende Informationen Drogen: Buchtipps Drogen | Drogen | Cannabis | Amphetamine | Heroin | Kokain | Benzodiazepine |

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