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Spielsucht
von Anonymus
Ich habe ihre Seite gefunden und hoffe das ich hier den 1. Schritt aus meiner spielsucht herausfinde.
Ich bin vorgestern 30 Jahre alt geworden, arbeite als Selbstständiger und habe, nachdem ich mir immer eingeredet habe dass es mir nicht passieren
kann, vor ca. 6 Monaten mich selbst als spielsüchtig erklärt.
Angefangen hat dies vor Jahren, als ich meine 1. Wohnung hatte. Ein Freund hat mir den Tipp gegeben, wie man in einem Casino mit einer bombensicheren Methode was dazuverdienen kann.
Also kam ich mit schaute mir das an und war sofort angetan. Leider gewann ich aber nichts, bzw. ich wurde gierig.
Nachdem ich das meiner Freundin gebeichtet hatte und eine Menge Ärger mit ihr bekam, ging es damit eigentlich. Vor ca. 6 Monaten aber ging es richtig los. Ich ging aus Langeweile in ein Casino, setzte 10 Euro in Chips um und setzte mich ans Roulette. Dort verbrachte ich die ganze Nacht und war am Ende 650 Euro los. Ich hatte keine Freundin mehr, die mir die Hölle heiß machen konnte und lebte halt damit, denn meine Selbständigkeit erlaubte es mir finanziell.
Privat kamen viele Probleme dazu. Mein Vater wurde krank, meine Mutter trinkt seit Jahren, und alle machten mich für viele Dinge verantwortlich.
Nun ging ich regelmäßiger in Spielotheken. Automaten-Geklimper, Roulette Aufforderungen, alles zusammen lockte mit Riesengewinnen. Ich
verbrauchte pro Woche ca. 120 Euro.
Ich habe allerdings auch das Problem, dass ich in der Privatinsolvenz stecke und das im letzten Jahr der WVP (Wohlverhaltensperiode – Anm. d. Red.). man könnte sagen ich habe es fast geschafft.
Nun starb im Februar mein Vater und ich musste um alle Dinge mich selbst kümmern und das ging sehr an die Substanz.
Mit der Selbständigkeit geht es stetig durch die wirtschaftliche Lage bergab, ich bin mittlerweile nicht mal mehr krankenversichert. Meine Miete
ist diesen Monat immer noch nicht bezahlt und ich habe online in den letzten 2 Tagen über 1000 Euro verzockt, genau genommen die wenigen Umsätze, die ich noch mache.
Ich kann weder Sozialabgaben für meine Mitarbeiter bezahlen, noch meine miete zusammenbekommen.
Meiner neuen Freundin habe ich vor wenigen Wochen die Situation gebeichtet und sie war geschockt. Wollte mir aber helfen weil sie mich lieben würde. Sie wohnt aber 120 km von mir weg und kann nur alle paar Wochen für mich da sein. Keiner der mich zurückhält wenn ich schwach werde.
Ich habe Angst, Beklemmungsgefühle, Panikattacken alles was der Körper hergibt um mich schlecht zu fühlen.
Im Januar wollte ich bei der Caritas ein Gespräch aufsuchen, aber der Tod meines Vaters kam dazwischen und seitdem bin ich ein Wrack. Nach außen hin kann ich es verbergen aber mittlerweile brennt mir selbst das Kleingeld in der Tasche. Noch dazu kommt ich wohne direkt über einer Spielothek. Anfangs dachte ich, dass wäre Konfrontations-Therapie aber dem ist nicht so.
Ich meide zwar diese, weil mein Vermieter der Besitzer ist, trotzdem gehe ich halt 2 Straßen weiter in eine Spielothek. Tag für Tag hoffe ich auf den großen Gewinn, der mir meine Schulden und Probleme von jetzt auf gleich beseitigt.
Aber im inneren weiß ich das diese Geräte nicht meine Freunde sind und nur meine paar Euros, die ich noch habe auffressen wollen. Trotzdem tu ich es.
Morgen wird das Onlinecasino versuchen von meinem Konto die 1000 Euro abzubuchen, was natürlich nicht gehen wird.
Ich habe Angst und weiß nicht weiter. Auch nicht wie ich davon wegkommen kann ohne eine Krankenversicherung die die Kosten für so etwas übernehmen würde.
Ich denke manchmal daran, mein Leben zu beenden, aber davor habe ich Angst.
Und das will ich denen die mich kennen und lieben nicht antun nur weil ich zu dumm und feige bin nein zu glückspiel zu sagen. Ich denke nicht, dass ich finanziell noch die Kurve bekomme, weil ich aufgrund meiner Insolvenz nirgends einen Kredit bekomme um Verbindlichkeiten, Gehälter Sozialabgaben und alles was den kleinen betrieb am Laufen hält zu bezahlen.
Ich brauche Hilfe, was kann ich tun?
Antwort von Friederike
Lieber Anonymus,
Sie sind in einer wirklich sehr verzwickten, aber keineswegs aussichtslosen Situation!
Gehen Sie noch heute in die Suchtberatungsstelle und holen sich einen Gesprächstermin! Machen sie die Dringlichkeit deutlich und lassen sich beraten!
Spielsucht ist behandelbar! Sie sollten eine stationäre Therapie machen. Fragen Sie in der Beratungsstelle nach der Kostenklärung für die Krankenkasse!
Gehen Sie den ersten Schritt in Richtung Abstinenz!
Sie schaffen das!
Mit freundlichen Grüßen
Friederike Sohn
Dipl.-Pädagogin
Informationen Suchtausstieg: Orientierung | 1. Suchtberatung | 2. Entgiftung | 3. Sucht Therapie

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