|
|
Suchtfragen | Frage stellen | Aktuelle Frage: Co-Abhängigkeit
Co-Abhängigkeit
von Nicole
Ich bin seit 2 Jahren mit einem Heroinsüchtigen zusammen und weiß nicht mehr weiter!
Es ist nicht so, dass er sich gar nicht geändert hat, aber er fällt immer wieder in seine alten Gewohnheiten zurück! Er hat eine Therapie angefangen und hat diese nicht die ganzen 6 Monate durchgezogen!
Hat sich wieder auf Methadon einstellen lassen kurz danach und wollte dann eigentlich eine neue Therapie anfangen!
Ist auch 13 Tage in der Entgiftung gewesen hat aber auch diese abgebrochen bevor er in Therapie gehen sollte!
Nun haben wir ständig nur Theater weil ich das Gefühl habe, dass er das Methadon wieder nicht mehr schluckt sondern spritzt und das er mehr konsumiert als er von Arzt bekommt!
Er hat totale Stimmungsschwankungen und macht mir wieder nur Vorwürfe das ich Ihn kontrollieren will und Ihm Vorschriften machen will!
Es ist ein ständiges hin und her im Moment!
Ständig bekommen wir so einen Streit das ich ihn rausschmeiße und er geht dann auch und meldet sich über Tage nicht mehr! Wir haben auch noch eine 5 Monate alte Tochter die er doch angeblich so liebt! Wie kann man sich denn dann so verhalten! Er hat einen super coolen Arzt zu dem er immer kann und der Ihn auch schon lange kennt!
Warum geht er da nicht hin und lässt sich helfen?
Warum kommt den gar nichts mehr von Ihm?
Ist wirklich alles vergessen, was er mir versprochen hat all seine guten Voraussetzungen?
Ich komme mir so verarscht vor betrogen und belogen! Wie kann ich mich denn Ihm gegenüber verhalten? Ich liebe Ihn, aber ich kann so auch nicht mehr weiter machen!
Antwort von Friederike
Liebe Nicole,
ich kann Ihre Verzweiflung und Enttäuschung gut nachvollziehen.
Ihr Freund hält Sie eigentlich nur durch leere Versprechungen hin und fühlt sich kontrolliert, wenn Sie ihn mit seinem Verhalten konfrontieren, das nicht seinen Versprechungen entspricht!
Diese Kontrolle wird für ihn zur Legitimation, mit seinem Verhalten fortzufahren!
Sie fühlen sich zu recht belogen und betrogen, weil Ihr Freund nichts von dem umsetzt, was er verspricht! Es wird somit immer schwieriger für Sie, ihm zu vertrauen und ihm zu glauben. Vertrauen ist jedoch die Basis für eine gesunde Beziehung!
Ihr Freund scheint (noch) nicht überzeugt davon zu sein, ein drogenfreies Leben führen zu wollen! Alle bisherigen Versuche, seine Sucht zu behandeln, scheiterten, weil er die Behandlungen immer abbrach!
Sie sollten sich und vor allem Ihre Tochter schützen! Denn wenn Ihr Freund weiterhin konsumiert, ist er weder gutes Vorbild für seine Tochter, noch ist er in der Lage, in Verantwortung zu gehen! Hinzu kommt, dass seine emotionale Ansprechbarkeit eine andere ist, als wenn er nüchtern wäre! Drogen und Kinder passen nicht zusammen!
Sie sollten sich für das eine oder andere entscheiden, wenn Sie Ihrer Tochter einen guten Start in das Leben geben möchten!
Ob Ihr Freund sich je wirklich helfen lassen will, steht in den Sternen! Sie können nur für sich, Ihr Leben und das Ihrer Tochter entscheiden!
Suchen Sie sich Unterstützung zur eigenen Entlastung in der Drogenberatungsstelle und suchen Sie eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Suchtkranken auf. Die Adresse erhalten Sie ebenfalls in der Drogenberatungsstelle.
Ganz viel Kraft!
Friederike Sohn
Dipl.-Pädagogin
Informationen Suchtausstieg: Orientierung | 1. Suchtberatung | 2. Entgiftung | 3. Sucht Therapie
Weiterführende Informationen: Buchtipps Co-Abhängigkeit | Co-Abhängogkeit |

|