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Co-Abhängigkeit Alkoholiker
von T.
Mein Vater ist Alkoholiker und ich habe das Gefühl, dass daran meine Familie zerbricht.
Ich bin in einer SUPER Familie groß geworden, ohne Probleme und Gefahren.
Meine Eltern und Großeltern führen zusammen ein Familienunternehmen und seit meine Großmutter (die Mutter meines Vaters) 2006 gestorben ist, trinkt mein Vater so viel Alkohol, dass sich alles verändert hat. Streit mit meiner Mutter und meinem Opa, Vergesslichkeit, Unordentlichkeit, Verwirrung und desgleichen gehören seit dem zu unserem Alltag.
Mehrmals schon haben wir als Familie darüber gesprochen und versucht meinem Vater zu zeigen, das wir nach wie vor hinter ihm stehen. Er schafft es jedoch nicht aus eigener Kraft dieser Sucht zu entkommen. Ich brauche wirklich Hilfe, denn ich weiß nicht weiter, jedoch weiß ich, dass das so nicht weitergehen kann.
Ich wäre für eine Antwort unendlich dankbar!
Antwort von Friederike
Lieber T,
ich kann verstehen, dass Sie verzweifelt sind wegen dieser schwierigen Situation! Ihr Vater scheint seit dem Tod seiner Mutter in einer Krise zu stecken und zieht letzten Endes die ganze Familie mit rein!
Er ist jedoch erwachsen und damit für sich selber verantwortlich! Ihr Vater braucht Hilfe, um aus der Sucht zu kommen, nicht Sie!
Er sollte sich in der Suchtberatungssstelle in eine Therapie vermitteln lassen! Ob er dies jedoch tun wird oder nicht, liegt nicht in Ihrem Einflußbereich!
Und genau das ist das Problem! Alle Angehörigen sehen die Notwendigkeit, nur Ihr Vater nicht! So lange dies so ist, werden Sie ihm nicht richtig helfen können!
Deshalb können Sie ihm nur indirekt helfen, indem Sie sich selber gut abgrenzen und gut auf sich achten! Hören Sie auf, für ihn Dinge zu erledigen,die er selber erledigen kann. Er ist erwachsen! Lassen Sie ihn die negativen Konsequenzen seines eigenen Tuns und Handeln spüren! Unterstützen Sie nicht weiterhin seine Sucht! Sie befinden sich mitten drin in der Co-Abhängigkeit!
Mit Co-Abhängigkeit wird ein Verhalten von Angehörigen von Suchtkranken beschrieben, welches die Sucht unterstützt und fördert. Angehörige sind oft sehr bereit, aus Fürsorglichkeit und Nächstenliebe vieles für den Suchtkranken zu übernehmen und unterstützen damit indirekt seine Sucht! Die Grenzen von Fürsorglichkeit bis hin zur Selbstaufgabe sind dabei fließend und verlaufen analog zum Suchtverlauf des Alkoholikers!
Sie haben, wie Sie es schildern, schon alles mögliche im Kreise der Familie versucht, um Ihren Vater vom Alkohol wegzubringen! Es hat alles nichts genützt! Sie und Ihre Familie gehen vermutlich nervlich und emotional am "Stock"!
Suchen Sie sich deshalb Unterstützung in einer Selbsthilegruppe für Angehörige von Alkoholikern (z.B. Al Anon) und/oder in der Suchtberatungsstelle. Die Adresse der Selbsthilfegruppe erfahren Sie entweder von der Suchtberatungsstelle oder aus der örtlichen Zeitung!
Ganz viel Kraft!
Mit freundlichen Grüßen
Friederike Sohn
Dipl.-Pädagogin
Weiterführende Informationen: Buchtipps Alkoholsucht | Alkoholiker | Alkohol |
Weiterführende Informationen: Buchtipps Co-Abhängigkeit | Co-Abhängogkeit |

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