Tipps: Führerschein und MPU
Führerschein : mit Gutachten oder MPU
Du möchtest einen Antrag auf "Neuerteilung der Fahrerlaubnis" - wie es im Behördendeutsch heißt- bei Deiner Straßenverkehrsbehörde stellen.
Dazu hier einige Tipps:
Die Behörde verlangt Beweise für Deine "Kraftfahreignung", das heißt, du sollst ein Gutachten vorlegen und in der Regel auch ärztliche Bescheinigungen (Leber-Werte, Drogen - Screenings)
Nach § 11, Abs. 6 FeV ( Fahrerlaubnis-Verordnung ; den gesamten Text findest Du im Internet) gibt es noch eine Besonderheit, die du wissen solltest:
Die Behörde gibt die Art der Begutachtung vor -
Das kann nach Bundesland, Amt und auch Sachbearbeiter sehr unterschiedlich sein und muss nicht zwangsläufig immer MPU bedeuten.
Es kann auch ein Facharzt - Gutachten, Amtsarzt (z.B. Gesundheitsamt, Facharzt für Psychiatrie) verlangt werden- das ist wesentlich kostengünstiger !
Weil dies so unterschiedlich ist, gilt hier die Empfehlung:
Stell Deinen Antrag persönlich, sprich mit Deinem Sachbearbeiter, frage nach….
hier kannst Du Informationen bekommen.
Du sollst zur MPU :
Das ist kein Grund zur Panik - wichtig sind dafür erstmal folgende Voraussetzungen
- Entgiftung und "Entwöhnung" ( Therapie ) … das ist abhängig von den Umständen des Führerscheinverlustes, z.B. wie viel Promille, Drogen …
- Nachweis , dass du jetzt abstinent lebst ( mindestens 4 Labor- Untersuchungen)
Dann kannst Du Dich anmelden--- Du hast die Auswahl der Untersuchungsstelle, sie muss nur anerkannt sein. Das muss also nicht zwangsläufig der TÜV sein, sondern kann auch Dekra , AVUS o.a. bedeuten.
Adressen findest Du wieder im Internet.
Wichtig: bereite Dich vor, mach Dir klar, was Du für ein positives Gutachten
brauchst ! Die "Beweislast" liegt bei Dir !
Geh zu den Info-Veranstaltungen der Gutachtenstellen
(sie sollten kostenlos sein, bei der AVUS sind sie das auch),
dort wird der Ablauf der MPU erklärt, Du kannst Fragen stellen
und weißt schon mal , was auf dich zukommt.
Bei der AVUS kannst Du ein Beratungsgespräch (kostet 87,-€)
vereinbaren. Du führst ein Gespräch wie bei der MPU und bekommst eine Rückmeldung, ob das Gutachten positiv oder negativ wäre( in dem
Fall bekommst Du Empfehlungen, was Du noch tun oder bearbeiten solltest) - Das ist eine gute "Investition", denn ein negatives Gutachten
würde Dich erheblich mehr Geld kosten und außerdem noch ca. 6 Monate
Wartezeit … wenn du es der Behörde vorlegst . ( Ein negatives Gutachten musst Du nicht vorlegen , Du kannst den Antrag auch zurückziehen und Dich um ein anderes Gutachten bemühen--- ist aber aufwendiger als das Beratungsgespräch! )
MPU : Worauf kommt es an ?
Allgemeine Empfehlung: Nimm die Untersuchung ernst- lass Dich nicht
durch die -falsche- Bezeichnung "Idiotentest" ablenken.
Du sollst die "Zweifel an der Eignung zum verantwortlichen Führen von
Kraftfahrzeugen" ausräumen - musst also für Dich argumentieren und
positiv "punkten".
Das sind Deine Aufgaben:
Auseinandersetzung mit der "aktenkundigen" Vorgeschichte
Wie kam es zum Führerscheinverlust und welche Entwicklung gab es bis zu diesem Zeitpunkt (ganz fatal: verharmlosen) Mach Dir Deine Sucht-Geschichte klar - wenn du das schon getan hast: umso besser!
Damit ist nicht gemeint , dass Du Dinge veröffentlichen sollst, die noch nicht aktenkundig sind, sondern Dir die Sucht-Entwicklung /Gefährdung
ehrlich eingestehen solltest - das ist nicht peinlich ! Tut aber vielleicht weh…
Selbstverantwortung - Keine Äußerungen über Freunde, Nachbarn, Kumpel oder was auch immer, die Dich mitgezogen haben.
Für Dich bist DU verantwortlich, und DU hast Dich entschieden
(das gibt Dir heute übrigens auch die Chance, Dich anders zu entscheiden- es steht in Deiner Macht…)
Was hast Du geändert im Denken und in der Einstellung, im Verhalten,
Gewohnheiten , Lebensstil. Sind diese Veränderungen stabil.
( z.B. ein Jahr strikte und inzwischen ZUFRIEDENE Abstinenz - oft genug praktisch "geübt" … das ist wichtig in der Einschätzung, wie hoch
Deine Rückfall-Gefährdung ist --- so würde ein Gutachter fragen---
Ich würde Dich fragen: Bist du zufrieden, Bist du glücklich , wie lebst Du heute, gibt es etwas, auf bzw. über das Du Dich freuen kannst…)
Noch ein Tipp: mach Dir ein Konzept, schreib Dir alles auf, übe das Gespräch
(vor allem, wenn Du sonst nicht so ausführlich sprichst), sprich mit Freunden,
und dann geh erstmal zu dem Beratungsgespräch. Wenn Du Dir dann sicher
bist, dann steht einem positiven Gutachten eigentlich nichts mehr im Weg.
ALLES GUTE !
Anna Wolf
Und hier kannst du noch weitere Informationen bekommen :
www.jurathek.de ( hier: verkehrsthek , über MPU, Begutachtungsleitlinien u.a.)
www.pille-palle.net
Verweise / Links:
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